FAQ

​​Warum soll man bei gesundheitlichen Beschwerden die Nummer 1450 wählen?

Wenn plötzlich ein gesundheitliches Problem auftritt, man beunruhigt ist und nicht weiß, ob es sich dabei gerade um einen Notfall handelt oder man unbesorgt am darauffolgenden Tag den Hausarzt aufsuchen kann, dann gibt es dafür einen Service, der schnell und unkompliziert weiterhilft.
Gesundheitliche Beschwerden verunsichern und halten sich nicht an Öffnungszeiten. Vor allem bei Kindern oder älteren Menschen beunruhigen blitzartig auftretende Symptome. Oft ist man sich in solchen Situationen nicht sicher, ob überhaupt ein Arzt aufgesucht werden muss und welche Anlaufstelle die Richtige wäre.
Um hier rasch Abhilfe zu schaffen wird ein Erstkontakt- und Beratungsservice umgesetzt, der die Betroffenen je nach Symptomen zum Best Point of Service navigiert – sei dies die Empfehlung zur Selbstbehandlung zu Hause oder im Notfall sogar das Alarmieren der Rettung.
Die Vorteile solch eines „Gesundheitswegweisers“ liegen auf der Hand: Zum einen kann den Menschen qualitätsvoll und standardisiert Auskunft gegeben und Hilfe angeboten werden. Die PatientInnen sparen sich in vielen Fällen die Fahrt in die Notaufnahme und in weiterer Folge kann so der hohe Aufwand minimiert werden, der entsteht, wenn jemand das Krankenhaus aufsucht, obwohl ein Ratschlag wie „Legen Sie einen Eisbeutel auf“ oder eine hausärztliche, allenfalls fachärztliche Versorgung gereicht hätte, um die Symptome zu lindern.
 

Wie läuft ein Anruf in der Regel ab?

Tritt ein gesundheitliches Problem auf, so kann die Nummer 1450 ohne Vorwahl über das Handy oder Festnetz gewählt werden. Die Anrufe werden von besonders medizinisch geschulten diplomierten Krankenpflegepersonen entgegengenommen. Zu Beginn eines Anrufs wird die Anruferin bzw. der Anrufer nach dem derzeitigen Aufenthaltsort gefragt und das Vorliegen eines akuten medizinischen Notfalls ausgeschlossen. Andernfalls wird sofort ein Rettungsdienst entsendet.
Mithilfe eines protokollgestützten medizinisch-wissenschaftlichen Expertensystems werden im weiteren Gespräch gezielt Krankheitsbilder identifiziert bzw. ausgeschlossen. Den MitarbeiterInnen stehen hierfür mehr als 200 Fragebäume zur Verfügung – Faktoren wie Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen werden selbstverständlich berücksichtigt. Bei Fragen kann zusätzlich eine Ärztin oder ein Arzt konsultiert werden. Nach dem Feststellen der Dringlichkeit und einer Empfehlung zur weiteren Vorgehensweise plant das speziell geschulte diplomierte Krankenpflegepersonal abhängig von Tageszeit und Aufenthaltsort der Patientin oder des Patienten die weitere Versorgung.
Empfehlungen reichen von Tipps zur Selbstbehandlung über die Konsultation des Hausarztes am nächsten Tag oder das Aufsuchen des nächstgelegenen Facharztes bis hin zur Empfehlung die Ambulanz in einem Spital aufzusuchen. Die MitarbeiterInnen sind auch über regionale Gesundheitsdienstleister (z.B. Frühordinationen, abendliche Öffnungszeiten oder diensthabende ÄrztInnen am Wochenende) bestens informiert.
Der Gesundheitsservice ist kostenlos. Man bezahlt nur die üblichen Telefonkosten gemäß dem eigenen Tarif.
Die Nummer 1450 kann an 365 Tagen im Jahr zu jeder Tages- und Nachtzeit gewählt werden – auch am Wochenende.
 

Welche positiven Auswirkungen konnten in anderen Ländern durch die Einführung eines telefonischen Gesundheitsservices festgestellt werden?

Unsicherheit und Unwissenheit in der Bevölkerung darüber, welche Anlaufstelle für das aktuelle gesundheitliche Problem die Richtige ist, ist kein österreichisches Phänomen. Oft ist es für Betroffene schwierig einzuschätzen, ob eine Selbstbehandlung Zuhause ausreicht, eine Ärztin oder ein Arzt konsultiert werden sollte oder ob es sich bei den Symptomen bereits um einen Notfall handelt.
Aus diesem Grund wurden bereits in vielen Ländern weltweit und auch in Europa telefonische Gesundheitsberatungen eingeführt, die eine Dringlichkeitseinschätzung für die Behandlung der Beschwerden ermitteln und den AnruferInnen den Best Point of Service mitteilt.
So werden PatientInnen direkt dorthin verwiesen, wo sie im Moment die beste Hilfe bekommen.
Wie einige andere europäische Länder auch erhofft sich Österreich durch die Einführung der telefonischen Gesundheitsberatung eine Entlastung der ohnehin sehr strapazierten Notaufnahmen. Ein Blick über unsere Grenzen hinaus zeigt, welche Ergebnisse europaweit erreicht werden konnten:
In den Niederlanden hat sich nach Einführung der telefonischen Dringlichkeitseinschätzung gezeigt, dass es sich in 80 Prozent der Anrufe um Beschwerden handelte, die nicht in eine Notfallambulanz gehören. Auch in der Schweiz hätten 70 Prozent der AnruferInnen die Beschwerden hinsichtlich der Dringlichkeit falsch eingeschätzt. Lediglich 2 Prozent der PatientInnen, die bereits vorhatten eine Notfalleinrichtung zu besuchen, mussten dies auch tatsächlich tun.
Eine in Österreich durchgeführte Studie ergab, dass auch hierzulande 70 Prozent der
Menschen ihre gesundheitlichen Beschwerden bezüglich Dringlichkeit nicht richtig einschätzen.
Auswertungen des National Health Services (NHS) in Großbritannien und des Gesundheitsservices 1177 in Schweden bestätigen, dass 90 Prozent der AnruferInnen die empfohlene Handlungsanweisung befolgten. In den beiden Ländern gehören Bauchschmerzen zu den häufigsten Anfragen, aber auch Fragen zu Medikamenten, Fieber bei Kindern, Zahn- oder Kieferschmerzen sowie Schmerzen in der Brust werden vielfach gestellt.
Sowohl die Zahl der Anrufe als auch die Zufriedenheit stieg in den genannten Ländern im Laufe der Jahre und die Gesamtkosten im ambulanten Notallbereich konnten dadurch wie erhofft gesenkt werden – in den Niederlanden beispielsweise um 16 Prozent.
 

Warum sitzen bei 1450 keine ÄrztInnen am Telefon?

Da die telefonische Gesundheitsberatung nicht dazu dient Diagnosen zu erstellen, sondern AnruferInnen bei der Einschätzung der Dringlichkeit einer Behandlung unterstützt und sie in der Folge zum persönlichen Best Point of Service führt, kommt hier speziell geschultes diplomiertes Krankenpflegepersonal zum Einsatz.
Die MitarbeiterInnen haben dennoch in jedem Pilot-Bundesland die Möglichkeit mit einer Ärztin oder einem Arzt Rücksprache zu halten.
 

Kann der Anruf bei 1450 einen Arztbesuch ersetzen?

Nein, ein Anruf bei 1450, der telefonischen Gesundheitsberatung, kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.
Es wird jedoch mithilfe eines von Experten entwickelten Abfragesystems und besonders medizinisch geschulten diplomierten Krankenpflegepersonen ermittelt, ob ein Besuch bei der Ärztin oder dem Arzt überhaupt notwendig ist, ob eine Selbstbehandlung ausreicht oder ob sofort Notfallmaßnahmen eingeleitet werden müssen.
 

Ist eine Falschberatung möglich?

Die Kombination aus diesem protokollgestützten medizinisch-wissenschaftlichen Expertensystem und den besonders medizinisch geschulten diplomierten Krankenpflegepersonen ergibt das kompetenteste und sicherste Beratungssystem für „Wenn’s weh tut! 1450“.
Das von Experten entwickelte Abfragesystem wird bereits seit 13 Jahren weltweit eingesetzt und der dahinterliegende Algorithmus bezieht sein Wissen aus anerkannter wissenschaftlicher Literatur, wodurch das System objektiv gesehen mehr Expertise besitzt als eine einzelne Medizinerin bzw. ein einzelner Mediziner.
Sowohl das Abfragesystem als auch die handelnden Personen agieren mit äußerster Vorsicht. In der Vorbereitung der Einführung in Österreich wurde das System von einem Expertenteam an die spezifischen Bedingungen und Symptomatiken im österreichischen Gesundheitssystem angepasst. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass es sich bei der telefonischen Gesundheitsberatung um eine Zeitpunktaufnahme handelt. Es kann nur der Zeitpunkt des Anrufs beurteilt werden – AnruferInnen werden am Ende der Beratung daher noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sie eine Verschlechterung des Zustands sofort melden müssen.