FAQ

​​​​Wer übernimmt die medizinische Versorgung bei nicht akuten Beschwerden bzw. darf man Vertragsordinationen am Wochenende öffnen?​

Der neue Bereitschaftsdienst ist als reiner Visitendienst konzipiert und wird nach erfolgter Triage durch das Gesundheitstelefon bei Notwendigkeit aktiv. Dabei sollten grundsätzlich nur akute medizinische Fälle zu versorgen sein. 
Die regulär bestehenden Öffnungszeiten der Vertragsordinationen an Samstagen bleiben von der neuen Regelung unberührt.Darüber hinaus steht es jedem Vertragspartner frei, bei entsprechender Meldung über die Ärztekammer (die Ärztekammer wird dafür ein eigenes Onlineportal zur Verfügung stellen), zusätzlich seine Ordination an Sam-, Sonn-, und Feiertagen zu öffnen. Die Abrechnung erfolgt dabei wie bisher über die geltenden Kassentarife. 
Das Gesundheitstelefon kann Patienten nur an Ordinationen verweisen, welche die Öffnungszeiten gemeldet haben. 
Wichtig dabei ist, dass der Bereitschaftsdienst nicht zeitgleich zur Ordinationstätigkeit ausgeübt werden darf!


Wie sieht die neue bereitschaftsärztliche Versorgung in den Regionen konkret aus?

Die Steiermark ist in 24 Regionen inklusive Graz eingeteilt. 
Dabei erfolgt die ärztliche Versorgung außerhalb von Graz von Montag bis Freitag von 18:00 bis 24:00 jeweils durch eine diensthabende VisitenärztIn und samstags, sonntags und feiertags von 07:00 bis 18:00 jeweils durch zwei diensthabende VisitenärztInnen und von 18:00 bis 24:00 jeweils durch eine diensthabende VisitenärztIn. 
In Graz bleibt die Ordination des Ärztenotdienstes sowie die Mehrfachbesetzung in den Zeiten von Montag bis Freitag von 19:00 bis 07:00 und samstags, sonntags und feiertags von 07:00 bis 07:00 bestehen. 
Die diensthabenden VisitenärztInnen werden nach erfolgter Triage durch das Gesundheitstelefon über die Notwendigkeit einer Visite informiert.


Ab wann und wo kann man sich als ÄrztIn für die Teilnahme am Bereitschaftsdienst melden?

Die Teilnahme am neuen Bereitschaftsdienst erfolgt mit einer schriftlichen Erklärung, welche ab sofort möglich ist. Diesbezüglich müssen Sie die Teilnahmeerklärung für den Bereitschaftsdienst herunterladen sowie ausgefüllt und unterschrieben an die angegebene Adresse retournieren, um am neuen Bereitschaftsdienst teilnehmen zu können.
Bitte bedenken Sie, dass zumindest eine einwöchige Bearbeitungszeit (Prüfung der Berufsberechtigung etc.) zwischen dem Einlangen der unterfertigten Teilnahmeerklärung und der Freischaltung im System nötig ist.
Mit der Unterzeichnung der Teilnahmeerklärung geht man noch keine Dienstverpflichtung ein, erst mit der aktiven Dienstbuchung ist dieser jedoch verpflichtend zu erbringen.


Ab wann kann man sich für Dienste eintragen und welche Voraussetzungen gibt es?

Nachdem die Teilnahmeerklärung eingelangt, geprüft und die Berufsberechtigung mit der zuständigen Ärztekammer geklärt ist, kann man sich am 1. Februar 2019 ab 12:00 für Dienste unter dienstplan.gesundheitsversorgung-steiermark.at eintragen. 
Die Dienstplanung erfolgt dabei individuell, indem man zu den in der Teilnahmeerklärung genannten Regionen freie Dienste frei wählen kann. Sobald man sich für einen Dienst meldet (diesen bucht), ist dieser jedoch verpflichtend zu erbringen. 
Sollten andere Regionen als jene, die Sie in der Teilnahmeerklärung genannt haben, gewünscht sein, ist dies dem Gesundheitsfonds Steiermark schriftlich bekannt zu geben. 


Nach welchen Kriterien werden die Dienste vergeben oder darf ich mir die Dienste aussuchen?

Die Anmeldung und Auswahl der Dienste erfolgt über einen elektronischen Dienstplan (Webplattform unter dienstplan.gesundheitsversorgung-steiermark.at) – nach dem first come, first serve Prinzip. Dienste können dabei selbständig, entsprechend den vorgegebenen Stundenblöcken, nach eigenem Zeitmanagement immer zwei Quartale im Vorhinein gebucht werden. Dabei gibt es weder ein Minimum noch ein Maximum an Dienstbuchungen. Zur selben Zeit ist jedoch immer nur eine Region buchbar.


Können Dienste (kurzfristig) getauscht werden? Wer regelt das?

Wenn man sich für einen Dienst eingetragen hat, ist dieser verpflichtend zu erbringen. Im Falle einer Verhinderung sind die ÄrztInnen selbst für ihren Ersatz verantwortlich. 
Eine Übertragung kann dabei nur an eine/n KollegIn, welche/r auch zum Bereitschaftsdienst angemeldet ist, erfolgen. Der Tausch kann unbürokratisch über den elektronischen Dienstplan abgewickelt werden bzw. bei akuter Verhinderung über die Leitstelle gemeldet werden. 
Nähere Informationen zum Diensttausch entnehmen Sie bitte dem Menüpunkt - Dienstplanung​. 


Mit welchem Radius muss ich bei der regionsüberschreitenden Bereitschaftsdiensttätigkeit rechnen und wo muss ich mich generell während des Dienstes aufhalten?

Die Regionsgrößen wurden nach Erreichbarkeiten und Fahrzeiten definiert. Eine Visite sollte je nach Dringlichkeit ehest möglichst, spätestens jedoch in 90 Minuten erfolgen. Dabei sollte die regionsübergreifende Tätigkeit eine Ausnahme darstellen und dadurch grundsätzlich keine zweite Region abgedeckt werden.
Der Aufenthaltsort ist den diensthabenden ÄrztInnen dabei grundsätzlich freigestellt. Sollte man keinen Aufenthaltsort in der gebuchten Region besitzen, ist es möglich sich in den Bezirksstellen des Roten Kreuzes aufzuhalten. Es wird ersucht dies dem Roten Kreuz mind. 3 Tage vor dem jeweiligen Dienst unter 050 1445 39141 mitzuteilen.


Kann ich bei den Visitenzuteilungen, wenn mehrere Visiten eintreffen die Prioritäten selber festlegen?

Die Reihenfolge der eingelangten Visiten kann grundsätzlich selbstständig festgelegt werden. Sollten Visiten nicht durchführbar sein, wenden Sie sich bitte an die Leitstelle des Roten Kreuzes.


Was ist zu tun, wenn am Visitenort mehrere Patienten zu behandeln sind?

Sollte es am Visitenort zu weiteren Behandlungsfällen kommen, sind diese Fälle samt Daten der Patienten dem Roten Kreuz (Leitstellendisponent 0501445-39281) bekanntzugeben um eine Abrechnung zu ermöglichen. Dabei muss der Visitenarzt dem Roten Kreuz zumindest SVNr, Name und Visitengrund durchgeben, damit das Rote Kreuz eine weitere Visite über die APP zusenden kann, welche nach erfolgter Dokumentation in der APP abrechnungsrelevant wird. 
!! Eine Selbstzuweisung von Visiten vor einer Visite an das Rote Kreuz ist nicht zulässig !!


An wen kann ich mich bei technischen Problemen wenden?

Sollte Sie das angegebene Ziel bei einer Visite nicht erreichen können (Autopanne, Unfall, Wetter, Kartenapp findet Ziel nicht etc.) nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit der Rettungsleitstelle auf.

Bei technischen Problemen bei der Dienstplanung oder mit der Handyapp wenden Sie sich bitte an den Support des Roten Kreuzes (Mo-Fr 08:00-15​​:00 und Fr 08:00-12:00) unter der Nummer: 050 1445 10444.

Sollte Ihr Mobiltelefon während des Bereitschaftsdienstes keinen Empfang besitzen, verändern Sie bitte Ihren Standort bis ein mit Empfang gegeben ist.


Wie sieht die medikamentöse Versorgung der Bevölkerung im neuen Bereitschaftsdienst aus?

Vertragspartner der Krankenversicherungsträger können wie bisher ihre Rezeptblöcke verwenden. Allgemeinmediziner die bisher keine Rezepturbefugnis besitzen werden eigene Rezeptblöcke zur Verfügung gestellt. Der zur Verordnung notwendige Stempel (Merkblatt zum Materialbedarf und Rezeptieren) ist selbst bereitzustellen.
In beiden Fällen gilt, dass die Verordnung von Heilmitteln und Drucksorten ausschließlich in Ausübung des Bereitschaftsdienstes zulässig ist und die einschlägigen Regelungen und Bestimmungen der Krankenversicherungsträger einzuhalten sind.

Wer übernimmt die Todenbeschau?

Die Totenbeschau ist weiterhin den Polizei-, Amts-, Distrikts-, und Ärzten, welche einen diesbezüglichen Vertrag mit der jeweiligen Gemeinde abgeschlossen haben, vorbehalten und bleibt vom neuen Bereitschaftsdienst unberührt.