FAQ

​​​​​Wer übernimmt die medizinische Versorgung bei nicht akuten Beschwerden bzw. darf man Vertragsordinationen am Wochenende öffnen?​

Der neue Bereitschaftsdienst ist grundsätzlich als Visitendienst konzipiert und wird nach erfolgter Triage durch das Gesundheitstelefon bei Notwendigkeit aktiv. Dabei werden nur akute medizinische Fälle versorgt. Darüber hinaus sind an Sam-, Sonn-, und Feiertagen Bereitschafts-Ordinationen von 08:00 - 11:00 Uhr geöffnet.
Die am Wochenende regulär bestehenden Öffnungszeiten der Vertragsordinationen (vertraglich mit der Sozialversicherung vereinbarte Öffnungszeiten) bleiben von der neuen Regelung unberührt. Zudem steht es jedem Vertragspartner frei, bei entsprechender Meldung über die Ärztekammer (die Ärztekammer stellt dafür ein eigenes Onlineportal zur Verfügung), seine Ordination an Sam-, Sonn-, und Feiertagen zu öffnen und wie bisher die geltenden Kassentarife abzurechnen. Das Gesundheitstelefon kann Patienten nur an Ordinationen verweisen, welche die Öffnungszeiten über die ÄK gemeldet haben. Wichtig dabei ist, dass der Bereitschaftsdienst nicht zeitgleich zu dieser Ordinationstätigkeit ausgeübt werden darf! 


Wie sieht die neue bereitschaftsärztliche Versorgung in den Regionen konkret aus?

Die Steiermark ist in 25 Regionen inklusive Graz eingeteilt. 
Dabei erfolgt die Visitenärztliche Versorgung außerhalb von Graz von Montag bis Freitag von 18:00 bis 24:00 jeweils durch eine diensthabende VisitenärztIn und samstags, sonntags und feiertags von 07:00 bis 18:00 jeweils durch zwei diensthabende VisitenärztInnen und von 18:00 bis 24:00 jeweils durch eine diensthabende VisitenärztIn. 
In Graz bleibt die Ordination des Ärztenotdienstes sowie die Mehrfachbesetzung in den Zeiten von Montag bis Freitag von 19:00 bis 07:00 und samstags, sonntags und feiertags von 07:00 bis 07:00 bestehen. 
Die diensthabenden VisitenärztInnen werden nach erfolgter Triage durch das Gesundheitstelefon über die Notwendigkeit einer Visite informiert.
Zusätzlich zum Visitendienst sind in den Regionen außerhalb von Graz an Sam-, Sonn-, und Feiertagen Bereitschafts-Ordinationen in der Zeit von 08:00 - 11:00 Uhr geöffnet.


Wer darf am geregelten Ordinationsdienst im Bereitschaftsdienst teilnehmen bzw. was wird dabei honoriert? 

Die Teilnahme am geregelten Bereitschafts-Ordinationsdienst an Wochenenden und Feiertagen in der Zeit von 08:00 Uhr bis 11:00 Uhr ist allen zur selbstständig Berufsausübung berechtigten hauptberuflichen ÄrztInnen für Allgemeinmedizin mit nach dem Ärztegesetz gemeldeten Berufssitzen in der Steiermark möglich (Kassen- und Wahlärzten). Für den 3h Ordinationsdienst wird dabei eine Bereitschafts- und Leistungspauschale gewährt: € 126,- für die Bereitschaft und € 574,- für die kurativen Leistungen (in Summe € 700,-). Es dürfen keine Honorarnoten an Patienten ausgestellt und keine Einzelleistungen mit den Krankenversicherungsträgern verrechnet werden, da alle Leistungen mit den Pauschalen umfasst sind.


Ab wann und wo kann man sich als ÄrztIn für die Teilnahme am Bereitschaftsdienst melden?

Die Teilnahme am neuen Bereitschaftsdienst erfolgt mit einer schriftlichen Erklärung. Diesbezüglich müssen Sie die Teilnahmeerklärung für den Bereitschaftsdienst herunterladen sowie ausgefüllt und unterschrieben an die angegebene Adresse retournieren, um am neuen Bereitschaftsmodell teilnehmen zu können.
Bitte bedenken Sie, dass zumindest eine einwöchige Bearbeitungszeit (Prüfung der Berufsberechtigung etc.) zwischen dem Einlangen der unterfertigten Teilnahmeerklärung und der Freischaltung im System nötig ist. ÄrztInnen ohne Kassenvertrag oder ohne Rezepturbefugnis, müssen zusätzlich noch eine diesbezügliche Einschulung bei der Gebietskrankenkasse absolvieren.
Mit der Unterzeichnung der Teilnahmeerklärung geht man noch keine Dienstverpflichtung ein, erst mit der aktiven Dienstbuchung ist dieser jedoch verpflichtend zu erbringen.


Ab wann kann man sich für Dienste eintragen und welche Voraussetzungen gibt es?

Nachdem die Teilnahmeerklärung eingelangt, geprüft und die Berufsberechtigung mit der zuständigen Ärztekammer geklärt ist, kann man sich nach Freischaltung im System, für Dienste unter dienstplan.gesundheitsversorgung-steiermark.at eintragen. 
Die Dienstplanung erfolgt dabei individuell, indem man zu den in der Teilnahmeerklärung genannten Regionen freie Dienste frei wählen kann. Sobald man sich für einen Dienst meldet (diesen bucht), ist dieser jedoch verpflichtend zu erbringen. 
Sollten andere Regionen (für den Visitendienst) als jene, die Sie in der Teilnahmeerklärung genannt haben, gewünscht sein, ist dies dem Gesundheitsfonds Steiermark schriftlich bekannt zu geben. 
KassenvertragsärztInnen können den jeweiligen Ordinationsdienst wie im Visitendienst jeweils max. 6 Monate und WahlärztInnen nur jeweils 2 Wochen (beide Gruppen bis maximal 24h vor Ordinationsbeginn) vorher buchen.


Nach welchen Kriterien werden die Dienste vergeben oder darf ich mir die Dienste aussuchen?

Die Anmeldung und Auswahl der Dienste erfolgt über einen elektronischen Dienstplan (Webplattform unter dienstplan.gesundheitsversorgung-steiermark.at) – nach dem first come, first serve Prinzip. Dienste können dabei selbständig, entsprechend den vorgegebenen Stundenblöcken, nach eigenem Zeitmanagement bis zu zwei Quartale im Vorhinein gebucht werden. Dabei gibt es weder ein Minimum noch ein Maximum an Dienstbuchungen. Zur selben Zeit ist jedoch immer nur ein Dienst in einer Region buchbar.


Können Dienste (kurzfristig) getauscht werden? Wer regelt das?

Wenn man sich für einen Dienst eingetragen hat, ist dieser verpflichtend zu erbringen. Im Falle einer Verhinderung sind die ÄrztInnen selbst für ihren Ersatz verantwortlich. 
Eine Übertragung kann dabei nur an eine/n KollegIn, welche/r auch zum Bereitschaftsdienst angemeldet ist, erfolgen. Der Tausch kann unbürokratisch über den elektronischen Dienstplan abgewickelt werden bzw. bei akuter Verhinderung über die Leitstelle gemeldet werden. 
Nähere Informationen zum Diensttausch entnehmen Sie bitte dem Menüpunkt - Dienstplanung​. 


Mit welchem Radius muss ich bei der regionsüberschreitenden Bereitschaftsdiensttätigkeit rechnen und wo muss ich mich generell während des Dienstes aufhalten?

Die Regionsgrößen wurden nach Erreichbarkeiten und Fahrzeiten definiert. Eine Visite sollte je nach Dringlichkeit ehest möglichst, spätestens jedoch in 90 Minuten erfolgen. Dabei sollte die regionsübergreifende Tätigkeit eine Ausnahme darstellen und dadurch grundsätzlich keine zweite Region abgedeckt werden.
Der Aufenthaltsort ist den diensthabenden ÄrztInnen dabei grundsätzlich freigestellt. Sollte man keinen Aufenthaltsort in der gebuchten Region besitzen, ist es möglich sich in den Bezirksstellen des Roten Kreuzes aufzuhalten. Es wird ersucht dies dem Roten Kreuz mind. 3 Tage vor dem jeweiligen Dienst unter 0501445-39141 mitzuteilen.


Kann ich bei den Visitenzuteilungen, wenn mehrere Visiten eintreffen die Prioritäten selber festlegen?

Die Reihenfolge der eingelangten Visiten kann grundsätzlich selbstständig festgelegt werden. Sollten Visiten nicht durchführbar sein, wenden Sie sich bitte an die Leitstelle des Roten Kreuzes.


Was ist zu tun, wenn am Visitenort mehrere Patienten zu behandeln sind?

Sollte es am Visitenort zu weiteren Behandlungsfällen kommen, sind diese Fälle samt Daten der Patienten dem Roten Kreuz (Leitstellendisponent 0501445-39281) bekanntzugeben um eine Abrechnung zu ermöglichen. Dabei muss der Visitenarzt dem Roten Kreuz zumindest SVNr, Name und Visitengrund durchgeben, damit das Rote Kreuz eine weitere Visite über die APP zusenden kann, welche nach erfolgter Dokumentation in der APP abrechnungsrelevant wird. 
!! Eine Selbstzuweisung von Visiten vor einer Visite an das Rote Kreuz ist nicht zulässig !!


An wen kann ich mich bei technischen Problemen wenden?

Sollte Sie das angegebene Ziel bei einer Visite nicht erreichen können (Autopanne, Unfall, Wetter, Kartenapp findet Ziel nicht etc.) nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit der Rettungsleitstelle auf.

Bei technischen Problemen bzw. Fragen zur Applikation, wenden Sie sich bitte von Montag bis Donnerstag von 08:00 bis 15:00 Uhr und Freitag von 08:00 bis 12:00 Uhr an das Rote Kreuz unter +43/50/144 5-39141.

Sollte Ihr Mobiltelefon während des Bereitschaftsdienstes keinen Empfang besitzen, verändern Sie bitte Ihren Standort bis ein Empfang gegeben ist.


Wie sieht die medikamentöse Versorgung der Bevölkerung im neuen Bereitschaftsdienst aus?

Vertragspartner der Krankenversicherungsträger können wie bisher ihre Rezeptblöcke verwenden. Allgemeinmediziner die bisher keine Rezepturbefugnis besitzen werden eigene Rezeptblöcke zur Verfügung gestellt. Der zur Verordnung notwendige Stempel (Merkblatt zum Materialbedarf und Rezeptieren) ist selbst bereitzustellen.
In beiden Fällen gilt, dass die Verordnung von Heilmitteln und Drucksorten ausschließlich in Ausübung des Bereitschaftsdienstes zulässig ist und die einschlägigen Regelungen und Bestimmungen der Krankenversicherungsträger einzuhalten sind.

Wer übernimmt die Todesfeststellung / vorläufige Totenbeschau?

Bereitschaftsärzte sind verpflichtet die Todesfeststellung im Rahmen einer Visite durchzuführen. Weiters ist es BereitschaftsärztInnen im Rahmen der Todesfeststellung nunmehr erlaubt den Leichnam vom Sterbeort verbringen zu lassen (vorläufige Totenbeschau). Das diesbezüglich auszufüllende Formular ist unter (Ausstattung-Dokumentation) abrufbar. Für die Dokumentation in der Bereitschaftsapp bitte im Auswahlfeld "Todesfeststellung, vorläufige Totenbeschau" auswählen.